Die chirurgische Kleintierpraxis im Umkreis von Graz

Was erwartet Sie und Ihren Liebling vor während und nach einer Operation?

Steht eine Operation an, ist diese immer mit Unsicherheiten verbunden. Wir haben wichtige Eckdaten für Sie zusammengefasst, damit Sie wissen, was auf Sie und Ihren Liebling zukommen kann. Wir beraten Sie auch gerne persönlich in unserer Kleintierpraxis im Bezirk Voitsberg bei Graz.

Die Narkose

Narkosen sind aus der Kleintiermedizin nicht mehr wegzudenken. Ob bei Standardbehandlungen wie Kastrationen (unten gehen wir näher darauf ein), nach Verletzungen, bei schwierigen Operationen oder kleinen Eingriffen, eine Narkose bedeutet für uns Routine, für unsere Patienten und unsere Patientenhalter ist eine Narkose immer mit Unsicherheiten und Sorgen verbunden.


So gehen wir bei einer Narkose vor:

Vor einer Narkose wird in der Regel ein Venenzugang gesetzt. Nur bei sehr nervösen oder „unkooperativen“ Tieren kann es notwendig sein, vor dem Braunüle setzen eine Beruhigungsspritze in den Muskel oder unter die Haut zu geben. Der Wirkungseintritt erfolgt dann später und unkontrollierter weshalb wir eine Verabreichung in die Vene bevorzugen. Im Regelfall ist das Venenzugang-setzen aber problemlos möglich, auch wenn das Tier dafür kurz fest gehalten werden muss. Alle weiteren Medikamente werden dann direkt in die Vene appliziert. Spätestens nach dem Einschlafen werden wir Patientenhalter aus Voitsberg und der näheren Umgebung bitten nach Hause zu fahren und Patientenbesitzer aus Graz oder Graz-Umgebung werden wir bitten im Wartezimmer Platz zu nehmen.

Was passiert dann?

Ihr Tier wird intubiert und wir bereiten es für die Operation vor. Das bedeutet: Wir rasieren es an den nötigen Stellen, waschen und desinfizieren die Haut. Dann bringen wir Ihren Liebling in den Operationssaal und schließen ihn an EKG, Pulsoxymetrie (Sauerstoffmessung im Gewebe) und Kapnographie (CO2- Messung in der Atemluft) an. Diese Parameter erlauben es, die Narkosetiefe gut einzuschätzen und konstant zu halten. Nach der erfolgten Operation beobachten wir Ihr Tier, bis es wieder wach wird. Nach Hause geht´s aber frühestens wenn Ihr Tier wieder gehen kann. Bitte planen sie also wenn Sie aus Graz, Graz-Umgebung der Obersteiermark oder Kärnten kommen etwas mehr Zeit ein.

Jede Narkose birgt ein minimales Risiko. Sie können die Operationseinwilligung gerne bereits zuhause in Ruhe durchlesen bzw. diese bereits ausfüllen. Auftretende Fragen klären wir dann selbstverständlich in einem persönlichen Gespräch bei uns im Kleintierzentrum im Bezirk Voitsberg, damit Sie und Ihr Tier bestens vorbereitet sind. Auch die Nachsorge wollen wir Ihnen bereits im Voraus näher bringen: Alle wichtigen Fakten finden Sie in unserem Nachsorgeblatt.

Kastration bis Orthopädie- was im chirurgischen Kleintierzentrum im Großraum Graz alles passiert

Neben Standardoperationen wie Kastrationen (auf die wir unten im Text näher eingehen) bieten wir im ACC Animal Care Center auch Knochenchirurgie, Tumorchirurgie, Neurochirugie und Weichteilchirurgie an. Das erfahrene Chirurgenteam ist speziell für folgende Probleme Ihres Haustieres da:

  • Augenproblemen (Bindehautflaps, Nickhautschürze, Lidplastik, Enukleationen)

  • Bandscheibenvorfällen (Hemilaminektomie)

  • Brachiocephalem Syndrom (Gaumenplastik, Nareskorrektur)

  • Chronische Analbeutelentzündungen (Analbeutelexstirpation)

  • FLUTD und Harnsteine bei Hund und Katze (Zystotomie, Hohe Fistel)

  • Fremdkörper

  • Hüftproblemen (Hüftprothese oder Femurkopfhalsresektion)

  • Knochenbrüchen (Osteosynthese mit Platten, Pins, Cerclagen, Marknagel oder Fixateur externe)

  • Kreuzbandrissen (lateraler Banderatz oder TPLO)

  • Kryptorchiden (Abdominal und Inguinal)

  • Magendrehung (inkl. Gastropexie)

  • Neoplasien (je nach staging kurativ oder palliativ)

  • OCD und ED (Schulter- od. Ellbogenproblemen) (Arthrotomie)

  • Wunden großflächig (Hauttransplantate und Flaps)

  • Ohrproblemen (TECA, nach Zepp)

  • Perianalhernien (Transposition des M.obturatorius internus)

  • Speicheldrüsenzysten (Mukozele-OP)

  • Zwerchfellhernien

  • Uvm...

Kastration Katze/Kater

Die Kastration der Katze ist gesetzlich vorgeschrieben. Prinzipiell können Kater und Katzen ab dem siebten Lebensmonat kastriert werden. Wir empfehlen aber besonders bei großen Rassen (wie Maine Coon oder Norwegische Waldkatze) so lange wie möglich mit der Kastration zu warten. Eine frühe Kastration begünstigt ein Auftreten von HD (durch verzögerten Epiphysenschluss).

Kastration Hündin

Die Kastration der Hündin wird kontrovers diskutiert. Wir haben für Sie die wichtigsten Punkte zusammengefasst. Wägen Sie die Vor- und Nachteile für sich gut ab. Wir beraten Sie auch gerne! Sollten Sie sich für eine Kastration entscheiden ist der ideale Zeitpunkt ca. drei Monate nach der ersten Läufigkeit. Wir wenden eine minimal invasive Technik an bei der durch einen sehr kleinen Schnitt (siehe Foto) die Eierstöcke und die Uterushörner entfernt werden können. Im Regelfall sind keine Fäden zu ziehen, weil wir die Wunde intrakutan verschließen.

Vorteile

  • keine Trächtigkeit möglich

  • keine Läufigkeit

  • bei sehr dominanten Hündinnen weniger Aggressivität gegenüber Artgenossen

  • kein Risiko von Eierstocks- oder Gebärmuttertumoren

  • kein Risiko einer Pyometra (das Risiko einer Pyometra liegt bei nicht-kastrierten Hündinnen über sechs Jahren bei etwa 25 %)

  • keine Scheinträchtigkeit

  • reduziertes Risiko von Mammatumoren (bis zu 25% der Hündinnen entwickeln Brustkrebs, davon sind 20-50% bösartig)

  • Kastrierte Hündinnen und Rüden leben rund ein Jahr länger (Kraft, 1998) Allerdings ist ein Haltereinfluss denkbar; so kann es sein, dass die Hundehalter (die in dieser Studie beobachtet wurden), die ihr Tier kastrieren ließen, auch schneller zum Tierarzt gegangen sind, wenn ihr Tier krank war bzw. eher bereit waren, hohe Behandlungskosten zur Lebensverlängerung auf sich zu nehmen! Die Aussagekraft dieser Studie ist somit in Frage zu stellen.

Nachteile

  • Narkose- oder OP-Komplikationen sind zwar selten aber möglich

  • eine stärkere Neigung zur Gewichtszunahme

  • Fellveränderungen sind möglich (Babyfell zB. beim Cocker Spaniel, Neufundländer, Landseer, Irish Setter, Langhaardackel und Eurasier)

  • Harninkontinenz kann auftreten (Muskulatur wird weicher durch den Hormonwegfall. Bei großen Hunderassen häufiger. Risikorassen sind Boxer, Dobermann, Bobtail, Riesenschnauzer und Rottweiler)

  • Gewisse Tumorarten kommen gehäuft vor (alles Tumorarten deren Häufigkeit insgesamt unter 1% liegt)

  • Hämangiosarkome des Herzens und der Milz (kastrierter Hund ca. 0,5% unkastrierte Hunde 0,16%)

  • Osteosarkome (etwa doppelt so häufig)

  • Blasentumoren (etwa viermal häufiger)

  • Perianalzelltumoren der Hündin (Achtung beim Rüden genau umgekehrt!)

  • bei früher Kastration nimmt die Häufigkeit für HD und Kreuzbandrisse zu (ev. durch den verzögerten Epiphysenschluss)

  • Perivulväre Dermatosen (Hautentzündungen um die Vulva) sind häufiger (vor allem wenn vor der Pubertät kastriert wird)

  • Verhaltensveränderung bei ängstlichen Hunden kann die „Aggressivität“ zunehmen.

Kastration Rüde

Auch beim Rüden gibt es Vor- und Nachteile, die erwogen werden sollten. Sollten Sie sich für eine Kastration entscheiden empfehlen wir Ihnen mindestens bis zum vollendeten ersten Lebensjahr zu warten. Eine zu frühe Kastration verzögert den Epiphysenschluss und steigert das Risiko von HD.

Vorteile

  • Verminderung des Sexualverhaltens (Streunen, Jaulen, Unruhe, Appetitlosigkeit wenn eine läufige Hündin in der Nähe ist)

  • Verminderung von Aggressivität bei dominanten Rüden

  • Keine benigne Prostatahyperplasie

  • Keine Hodentumore

  • Perianaldrüsentumore sind sehr viel seltener weil sie oft mit einem Hodentumor gemeinsam auftreten. (Achtung bei Hündin genau umgekehrt!)

  • Kryptorchide Hoden (in der Leiste oder im Bauch liegende Hoden) sollten auf jeden Fall entfernt werden, da diese sehr häufig Tumore ausbilden.

  • Prostatatumore sind seltener (treten aber allgemein sehr selten auf)

  • Kastrierte Hündinnen und Rüden leben rund ein Jahr länger (Kraft, 1998) Allerdings ist ein Haltereinfluss denkbar; so kann es sein, dass die Hundehalter (die in dieser Studie beobachtet wurden), die ihr Tier kastrieren ließen, auch schneller zum Tierarzt gegangen sind, wenn ihr Tier krank war bzw. eher bereit waren, hohe Behandlungskosten zur Lebensverlängerung auf sich zu nehmen! Die Aussagekraft dieser Studie ist somit in Frage zu stellen.

Nachteile

  • Narkose- oder OP-Komplikationen sind zwar selten aber möglich

  • eine stärkere Neigung zur Gewichtszunahme

  • Fellveränderungen sind möglich (Babyfell zB. beim Cocker Spaniel, Neufundländer, Landseer, Irish Setter, Langhaardackel und Eurasier)

  • ängstliche Rüden können durch die Kastration noch ängstlicher werden

  • Pankreatitiden und Diabetes Mellitus treten häufiger bei kastrierten Rüden auf (Achtung bei Hündinnen ist die Kastration Teil der Diabetes Mellitus Therapie)

  • bei früher Kastration nimmt die Häufigkeit für HD und Kreuzbandrisse zu (ev. durch den verzögerten Epiphysenschluss)

  • Gewisse Tumorarten kommen etwas gehäuft vor (alles Tumorarten deren Häufigkeit insgesamt unter 1%liegt)

  • Hämangiosarkome des Herzens und der Milz (kastrierter Hund ca 0,2% unkastrierte Hunde 0,16%)

  • Osteosarkome (etwa doppelt so häufig)

  • Blasentumore (etwa viermal so häufig)