Die Staphylektomie im Kleintierzentrum Rosental

Brachycephales obstruktives Atemwegssyndrom

Wenn ihr Tier darunter leidet finden sich folgende Veränderungen die bei dem einen stärker und bei dem anderen milder ausgebildet sein können: 

  • Stenotische Nares (zu enge Nasenlöcher)
  •   hyperplastische Zunge (eine zu große Zunge)
  • Hypoplastische Trachea (zu enge Luftröhre)
  • Überschüssiges pharyngeales Gewebe (dickes Gewebe im Rachenbereich)
  • nasopharyngealen Turbinalien (Nasenmuscheln die in den Rachen hineinragen)

All diese Dinge engen den Luftweg ein und führen zu starkem Druck auf den Kehlkopf und die Luftröhre. In der Folge kommt es im Laufe der Zeit zu: Evertierten Stimmtaschen (verdickte und ausgestülpte Stimmtaschen)

  • Larynxkollaps, Trachealkollaps (kollabieren von Kehlkopf und oder Luftröhre
  • Evertierte ödematisierte Tonsillen (verdickte und ausgestülpte Mandeln)
  • Unvollständiger Schluss der Kardia (der Magen schließt nicht richtig was zur Entzündung der Speiseröhre führen kann und damit zu häufigem Erbrechen)
  • Hiatushernie (durch die starken Atembewegungen kann sich der Magen in das Zwerchfell reinziehen was wiederum zu Magen-Problemen führen kann)

Diese sekundären Veränderungen führen zu einer weiteren Verschlechterung der Atmung eine frühzeitige Operation ist deshalb anzuraten da sich bei 97,5% die Symptome nach der Operation verbessern! Bei 89,2% der Patienten führt die Operation zu einer Verbesserung der Magen-Darm-Probleme!

Die Staphylektomie (Gaumensegelkürzung), Nareskorrektur und Nasenfaltenkorrektur

In Narkose wird ein Röntgenbild des Brustkorbes angefertigt (wenn noch keines vorhanden ist) um den Durchmesser der Luftröhre zu bestimmen. Das ist für die Prognose wichtig zu wissen, denn eine zu enge Luftröhre bleibt auch nach der Staphylektomie bestehen und engt die oberen Atemwege stark ein. Danach wird eine Endoskopie der Nasenhöhle durchgeführt um nasopharyngeale Turbinalien (Nasenmuscheln die zu weit nach hinten stehen) zu identifizieren. Auch diese sind für die Prognose entscheidend da auch diese die Atemwege verengen. Im Anschluss beginnt die eigentliche Operation. Dabei wird ein Stück des Gaumensegels entfernt um die Atmung zu erleichtern. Die Entfernung erfolgt mittels „folded flap Palatoplastik“ was bedeutet, dass das Gaumensegel nicht nur gekürzt, sondern auch verdünnt wird. Dabei wird ein Stück der Schleimhaut und Muskulatur entfernt und das hintere Ende der verbleibenden Schleimhaut nach vorne gezogen und dort angenäht. Es entsteht ein dünneres und kürzeres Gaumensegel. Bei dieser Technik kommen die Nähte nicht am „Rand“ zu liegen und erzeugen damit kein unangenehmes Kratzen im Hals in der Heilungsphase, zusätzlich wird das Gaumensegel eben auch dünner was die Atemwege noch weiter vergrößert. Im Anschluss wird eine Nareskorrektur durchgeführt. Dabei wird ein kleines Stück aus dem Nasenspiegel entfernt und die Nase dann wieder vernäht (sichtbar sind nach der Operation ein bis zwei Knopfnähte an der Nasenmuschel). Dies trägt sehr stark zur Erweiterung der luftleitenden Wege bei. Liegt eine starke Nasenfalte vor, kann diese zu Juckreiz, Hautentzündungen bis hin zu Augenentzündungen durch Reibung führen, eine Entfernung dieser Nasenfalte erleichtert die hygienische Pflege und bringt Entspannung für die beanspruchte Haut. Das passiert indem die überschüssige Haut entfernt wird und die Wunde vernäht wird.

Ablauf einer Staphylektomie aus Sicht des Tierbesitzers

Bereits zwei Tage vor der Operation beginnen Sie zu Hause mit Tablettengabe um das Narkoserisiko zu senken. Die Tabletten erhalten Sie bei einem OP-Vorgespräch (oder nach Absprache mit uns bei Ihrem Haustierarzt). Am Tag der Operation sollte Ihr Tier nicht fressen (vor Staphylektomie mindestens 8 Stunden kein Futter), da es durch die Narkose zu einem Fehlschlucken von Futter kommen kann, was wiederum zu schweren Lungenentzündungen führt (Aspirationspneumonie). Wasser ist aber bis direkt vor der Operation erlaubt. Vor dem Operationstermin freuen wir uns, wenn Sie nochmal ans Gassigehen denken, denn eine volle Blase wird in der Aufwachphase nach der Operation als sehr unangenehm wahrgenommen. Ihr Tier erhält in Ihrem Beisein (auf Wunsch müssen sie natürlich nicht dabeibleiben) einen Venenzugang gelegt, bei starker Aufregung und/oder starker Belastung durch das zu lange Gaumensegel setzen wir den Venenzugang erst nach der Prämedikation (Wurschtigkeitsspritze). Bis die Prämedikation wirkt können Sie ihr Tier sehr gerne begleiten. Ihr Tier erhält vor der Operation noch ein paar Minuten Sauerstoff, bevor es direkt neben dem Narkosegerät einschläft (zweite Spritze die in den Venenzugang gegeben wird), hier ist ein Beisein von Besitzern nicht möglich, weil der Arbeitsablauf dadurch verlangsamt wird und eine zügige Intubation ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Operation ist. Die Abholung nach der Operation wird in der Regel einige Stunden nach Operationsbeginn geplant. In seltenen Fällen kann es länger dauern, wenn es durch die Operation zu einer Schwellung im OP-Bereich kommt was die Atmung vorrübergehend erschwert. Eine intensive postoperative Betreuung ist nur vor Ort möglich. Wir werden Sie unmittelbar nach der Operation anrufen um Ihnen mitzuteilen wie die Operation verlaufen ist.

Eine Wundkontrolle erfolgt routinemäßig zwei Tage nach der Operation. Hier können noch letzte Fragen geklärt werden. Tabletten werden in den ersten sieben Tagen nach der Operation verabreicht. Neben einem Schmerzmittel erhält ihr Tier abschwellende Medikamente um eine vorrübergehende Verengung des Luftweges zu verhindern. Ein Mittel zum besseren Schluss des Magens wird ebenfalls ein paar Tage lang verabreicht.

Die Nähte der Nareskorrektur (Nasenlochvergrößerung) und Nasenfaltenkorrektur wenn durchgeführt, werden 10-14 Tage post operationem entfernt. Die Entfernung der Nähte der Gaumensegelkürzung ist nicht nötig, da sich die Fäden selbst auflösen. Ein leichtes Schmatzen wird häufig in den ersten Tagen nach der Operation als einzige Nachwirkung der Gaumensegelkürzung bemerkt da die Nähte am Gaumen trotz folded flap Palatoplastik etwas stören können.

 

Komplikationsmöglichkeiten

  • Komplikationen in der Narkose (4-5%), das erhöhte Narkoserisiko entsteht durch die Enge der luftleitenden Wege und Probleme bei der Temperaturregulation. Durch Intubation, lückenlose Überwachung und viel Erfahrung im Bereich Anästhesie von brachycephalen Rassen halten wir das Risiko so gering wie möglich. Auch die bereits vor der Operation verabreichten Medikamente verbessern das Anästhesiemanagement massiv.

  • Nahtdehiszenz (In sehr selten Fällen kann es zu einem „Versagen“ der Nähte kommen und zu einem Problem in der Wundheilung, wäre dies der Fall müsste in einer weiteren Operation die Naht erneuert werden)

  • Fehlschlucken und Aspirationspneumonie. Unter dem brachycephalen Syndrom leidende Patienten zeigen oft einen unvollständigen Schluss des Magens. In Narkose kann der Magensaft durch die Speiseröhre ins Maul fließen und dann in die Luftröhre „eingeatmet“ werden. Um dieser Komplikation vorzubeugen erhält Ihr Tier bereits

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